und der traurige Caspar
Die ersten Blaetter fielen, und mit ihnen zog ein wuerziger Duft durch den Garten. Der Johanniskrautstrauch hatte sich leuchtend gelb verfaerbt.
Ignaz schreckte vor einem raschelnden Blaetterhaufen zurueck.
Achtung, Ignaz! Da bewegt sich was!, rief Rosina.
Mit einem erschrockenen Piepsen rollte sich Ignaz zusammen. HICKS!
Doch dann tauchte ein kleines Eichhoernchen auf.
Guten Tag! Ich sammle Nuesse. Ihr auch?, fragte Baldo, das Eichhoernchen.
Ignaz lugte vorsichtig hervor. Aehm ja, natuerlich! Ich untersuche Blaetter aus wissenschaftlichen Gruenden.
Rosina lachte. Manchmal ist die Angst groesser als das, was dahintersteckt, nicht wahr?
Der Herbst brachte goldenes Licht, fallende Blaetter und eine leichte Melancholie ueber das Kloster. Eines Tages fand Rosina einen Hasen mit tief herunterhangenden Ohren.
Oh Caspar, was ist los?, fragte Rosina sanft.
Caspar seufzte. Ich bin so traurig, Rosina. Ich weiss nicht, warum. Aber alles fuehlt sich so schwer an.
Rosina kannte diese Art der Traurigkeit. Sie lief in die Bibliothek und suchte nach einer Pflanze, die Licht in dunkle Tage bringen konnte.
Johanniskraut speichert das Licht des Sommers, erklaerte sie sanft. Es wird dir helfen, dich wieder etwas heller und leichter zu fuehlen.
Caspar nahm das Flaeschchen mit, und nach ein paar Tagen bemerkte er, dass seine Ohren sich allmaehlich wieder aufrichteten.
Wilma war zurueck! Rosina, mein Kind, ich wollte dir danken, bevor ich in den Winterschlaf gehe.
Wilma schob Rosina ein kleines Buendel duftender Wiesenkraeuter zu. Ich habe sie fuer dich gesammelt. Damit du immer an den Sommer denkst.
Speichert das Licht des Sommers
Mehr im Kräuter-Glossar erfahren →